[Rezension] Colleen Hoover - Zurück ins Leben geliebt





Verlag: dtv ISBN: 978-3-423-74021-0



Inhalt: 
 Miles und Tate, eine Lovestory,
die unter die Haut geht
wie kaum eine andere.
Keine Gefühle - das verordnen sich Miles und Tate zu Beginn ihrer Beziehung. Doch das ist riskant, wenn unter der Oberfläche so viel Verborgenes brodelt...

Quelle: Verlag




Klappentext:
Als Tate zum Studium nach San Francisco zieht, stolpert sie dort gleich am ersten Anfang über Miles Archer: Miles, der Freund ihres Bruders, der niemals lächelt, meistens schweigt und so attraktiv ist, dass Tate bei seinem Anblick Herzflattern und weiche Knie bekommt. Miles, der seit sechs Jahren kene Frau mehr geküsst hat und offensichtlich eine schwere Bürde mit sich herumträgt, die ihn bis heute unfähig macht, sich auf eine Beziehung einzulassen. Miles, von dem Tate sich besser fernhalten sollte, wenn ihr ihr Gefühlsleben lieb ist.
Doch wider Willen fühlen die beiden sich unwiderstehlich zueinander hingezogen.
Als sie sich näher kommen, gibt Miles zwei Regeln vor:

1. Frag niemals nach meiner Vergangenheit.
2. Erwarte die keine Zukunft mit mir.

Tate akzeptiert - auch wenn sie weiß, dass sie ein für ihr Seelenleben gefährliches Spiel treibt...
Quelle: Verlag






Cover: Ich schätze, dass das Cover ein kritischer Punkt ist, wie ich es bereits bei vielen gelesen hatte. Und ja, auch bei mir war es der Fall, dass jenes Cover nicht auf Anhieb, auf meinem Geschmack traf. Wobei ich zugeben muss, dass mir bisher alle Buchcover von Colleen Hoover gefallen hatten. Doch im Vergleich zum eigentlichen Cover, hat unseres wohl keine guten Chancen. So, die Mehrheit.
Ich muss sagen, dass mir dieses Cover um einiges besser gefällt! Während das eine Cover nur von einem blauen Hintergrund profetiert, bei dem das Wasser zu sehen ist, bietet unser Cover etwas mehr für die Augen. Und da kommen wir zum Knackpunkt, den ich immer und immer wieder gelesen habe: 'Iiih...Füße!'
Nein, ich bin kein Fußfetischist aber mir gefällt dieses Cover dennoch. Zum einen gehören diese Füße zu wirklich hübschen Beinen und selbst wenn diese nur darauf zu sehen sind, hat es etwas gewisses an sich.
Wobei ich mich selbst etwas überrascht hatte, denn dadurch kann man sich durchaus seinen Teil denken. Trotzdem mag ich dieses Cover und bin darüber erleichtert, dass die eigenen Vorstellungen der Charaktere / der Protagonistin, nicht durch das Gesicht der Person auf dem Cover enttäuscht wurden.
Ich mag die Schriftzüge auf dem Cover, die, die Autorin bekannt geben, wobei dadurch der Tiel des Covers schlicht gehalten wird.



Inhalt: Um ihrem Studium nachgehen zu können, zieht die Protagonistin Tate, nach San Francisco und nistet sich dort bei ihrem Bruder Corbin ein. Es dauert nicht lange, bis sie dort auf merkwürdige Gestalten trifft. Angefangen mit einer zwielichtigen Person, von der Tate auffällig gemustert wird, bishin zu einem Typen, der vor der Wohnungstür ihres Bruders, seinen Rausch ausschläft. Dies sind natürlich alles andere als gute Bedingungen, die zum Wohlfühlen einladen. Auch wenn dies gleich zu Beginn der Geschichte ernstere Fakten sind, konnte ich nicht anders, als amüsiert zu reagieren. Zum einen dachte ich mir, dass man doch nicht mit solchen Begegnungen rechnet, wenn man zu seinem Bruder zieht und zum anderen waren dies Momente, die wohl kein gutes Licht auf die jeweiligen Gestalten wirft.
Dennoch kann man von einem guten Anfang sprechen, denn durch diesen befindet sich der Leser auf Anhieb im Geschehen der Geschichte, anstatt zum wiederholten Male einen holprigen Anfang zu lesen, um in die Geschichte zu kommen. Der einfache Einstieg gefiel mir sehr, so ungewöhnlich dieser auch sein mochte.
Im Verlauf der Geschichte sticht deutlich heraus, worum es sich später drehen wird. Während sich die betrunkene Gestalt nicht nur als der Nachbar namens Miles entpuppt, erleben wir diesen u.a. auch in der Rolle als den besten Freund von Tates Bruder, der so wie dieser, als Pilot tätig ist. Ich war überrascht darüber, wie schnell sich Tates Meinung über eine Gestalt ändert und welche Gedanken sich in ihren Kopf schlichen. Nein, vermutlich kann man es ihr nicht verübeln aber ich fand es für meinen Geschmack zu schnell.
Au diesem Grund schien der Verlauf der Geschichte, so wie einige andere innerhalb dieser Genre üblich zu sein. Naive Protagonistin trifft auf einen unwiderstehlichen und unnahbaren Typen, der dafür sorgt, dass ihre Hormone verrückt spielen, bis es zu einem großen ABER kommt. Und eben dieses ABER in der Geschcihte, wirkte so echt, dass ich nicht mit dem Lesen aufhören konnte. Ich bin ehrlich: ich hatte nicht damit gerechnet, dass das Buch so viel Tiefe besitzt - obwohl es nicht das erste Buch von Colleen Hoover ist, welches ich gelesen habe. Eben für dafür scheint sie bekannt zu sein. Während die Geschichte den Leser zum lachen, seufzen und zum schwärmen bringt, regt diese aber auch zum nachdenken an.
Die Geschichte ist mit so vielen Emotionen geprägt, die den Leser mitzieht aber seine Einschätzungen und Einstellungen nicht all zu sehr beeinflusst. Gerade weil ich mich bei dieser Geschichte mit dem Fluchen, Lachen usw. austoben konnte, konnte ich nicht genug von ihr bekommen. Dafür war die Echtheit dieser Geschichte verantwortlich, die zeigt, dass es mit den Gefühlen nicht immer ein leichtes Spiel ist. Das es Situationen gibt, aus denen man nicht mehr so schnell entkommt. Und, dass es Colleen Hoover schafft, ihre Geschichte immer wieder interessant und so an die Realität gebunden zu gestalten. Das Buch ist sehr fesselnd, da eben verschiedene Ebenen eine sehr große Rolle spielen und sich im Verlauf der Geschichte, realistisch verändern.


Schreibstil: Bei Zurück ins Leben geliebt wird nicht sofort deutlich, auf wen sich dieser Titel beziehen könnte. Die Geschichte wird in zwei Perspektiven, die stets Kapitel für Kapitel abwechselnd stattfinden, beschrieben.
Während sich die Geschichte aus Tates Perspektive in der Gegenwart abspielt, sind es bei Miles eher Rückblicke. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit war zwar etwas anstrengend - aber bereits nach wenigen Kapiteln ist dies weniger störend. Gerade durch diesen Perspektivenwechsel, wird die Neugierde nicht gestillt und zieht den Leser tiefer in die Geschichte hinein.
Auch wenn es zu sexuellen Spannungen kommt, hatte es mich überrascht, wie genau der Akt beschrieben ist, der dennoch dafür sorgen dürfte, dass der Leser nicht die Augen verdreht und genervt auf die beschriebene Situation reagiert. Dies sollte der Leser ohnehin nicht tun, da ansonsten die Gefahr besteht, dass er etwas verpassen könnte.
Durch Colleeen Hoover wird mir immer wieder bewusst, dass kein reicher Typ oder ein muskulöser Mann, der mit seinem Ego nur so vor sich hin trotzt, in einer Geschichte vorkommen muss, um diese interessant zu gestalten oder um die Protagonistin als eine sinnvolle Rolle betrachten zu können.
Gerade weil die Geschichte in einem Wechsel der Perspektiven beschrieben ist, überzeugen diese mit ihrer Echtheit und mit ihrer eigenen Geschichte, die ebenfalls nicht aufgesetzt wirkt, damit Person A von Person B profetieren kann.

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Charaktere


Tate
Tate ist ein fleißiges Mädchen, das einen gewissen Ehrgeiz zeigt und ihr Studium ernst nimmt. Eben für dieses lernt sie aktiv und geht neben einem Beruf nach. Sie machte auf mich nicht den Eindruck, dass sie unbedingt als 'kleine Schwester' vor alles und jedem beschützt werden müsste. Auch, wenn ihr Bruder dennoch ein wachsames Auge auf sie wirft. Stattdessen wirkt es so, als könnte sie auf sich selbst aufpassen, während sie dabei geschickt und auf ihre Art süß wirkt.
Mir gefällt ihre toughe Art, die sie dazu veranlasst, eben genau das auszusprechen, was ihr im Kopf herum schwirt. Aus diesem Grund gefiel sie mir auch als Protagonistin, die weder wortkarg noch auf dem Kopf gefallen ist. Auch wenn sie auf einer gewissen Art zu neugierig ist und wohl nur zu gern Antworten auf ihre Fragen hören möchte, weiß sie sich selbst zu zügeln, wenn sie zu weit geht.
Mir gefiel es sehr, dass sie es selbst merkte, wenn sie jemanden zu sehr in die Ecke drängt, sodass sie sich nicht nur zurück hält, sondern ihrem Gegenüber auch den nötigen Freiraum lässt. Es gibt viele Protagonisten die diese Empathie nicht aufbringen konnten und eben das genaue Gegenteil in die Tat umgesetzt hatten.
Aus diesem Grund kann ich behaupten, dass ich sie als Protagonistin liebe und meine Meinung kund geben, dass man sie einfach ins Herz schließen muss. Ich möchte nicht behaupten, dass ich all ihre Worte, Einstellungen und Handlungen als klug und glorreich einschätze aber dies macht sie widerum sympathisch.
Sie ist nicht perfekt aber schafft es dennoch, durch ihren Charakter zu strahlen.


Miles
Aus Miles wurde ich zu Beginn nicht schlau und dies liegt nicht an der Tatsache, wie man ihn zum ersten Mal kennengelernt hat.
hrend er als Pilot arbeitet unnd der beste Freund von Tates Bruder ist, wirkt er reifer als diese. Zu Beginn schätzte ich ihn unter anderem einschüchternd ein, sodass ich der Meinung war, dass man es sich mit ihm weder verscherzen noch ihn als Feind haben möchte. Und dies nicht nur aus dem Grund, dass er frei nach dem Motto handelt: 'Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus.'
Zugegeben scheint er kein offenes Buch zu sein und man wird nicht wirklich schlau aus ihm, denn auch wenn er sich im ersten Moment, wie ein Idiot aufführt, bedeutet dies nicht, dass es eine Eigenschaft ist, an die man sich unbedingt gewöhnen muss. Durchaus hat er auch andere Seiten, die wir aus seiner Perspektive kennenlernen können.
Es wirkt nicht nur so, dass Miles schwer zu durchschauen scheint, stattdessen legt er Wert darauf, dass es so bleibt. Kein Wunder, wenn er jene Regeln aufstellt. Dennoch macht es auf mich nicht den Eindruck, als würde er unbedingt die Rolle von einem Arsch annehmen wollen. Dafür ist seine bescheidene und besorgte, sowie fürsorgliche Art zu widersprüchlich.
Miles weiß es Grenzen zu setzen und sich selbst an diese zu halten, was ihn vermutlich langweilig erscheinen lassen kann. Wenn man immer wieder die Kontrolle behält, kann durchaus von Perfektionismus die Rede sein, die eine Person langweilig auftreten lassen kann.
Doch davon kann nicht die Rede sein, immerhin ist Miles ein Mensch mit seinen hellen aber auch dunklen Seiten, die ihn als ein scheinbar moralischen Freund ausmachen.

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Fazit




Ich bin der Meinung, dass Colleen Hoover sich an Themen wagt, die nicht nur für Jugendliche interessant sein dürften. So wie es sich nicht nur um Themen handelt, die als einfache abgetan werden können. Den Themen wird die Ernsthaftigkeit nicht genommen, sodass diese mit ihrer Tiefe und der Individualität der Charaktere überzeugen. Mir gefällt es, dass die Autorin teils aktuelle Themen für ihre Geschichten wählt, die in der Gesellschaft oft eine große Rolle spielen. Hinzu kommt, dass einige in der Gesellschaft einiges durch diese Geschichte lernen können!
Wenn ihr dieses Buch noch nicht gelesen haben solltet, dann sollte es so schnell wie möglich auf eure want to read-Liste geschrieben werden, denn diese Story ist ein wirklicher Muss mit einem gewissen Suchtfaktor!



  

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